Geschichte

Die Gründungversammlung der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft (FTG) fand am 22. Juli 1956 im Haus Weltclub in Kiel statt. Der erste Präsident der FTG war der Physiker Prof. Dr. Werner Kroebel (1904–2001). Der Name der Gesellschaft wurde vom Gründungsmitglied, dem Archivar Wilhelm Kähler (1905–1994) vorgeschlagen, der gemeinsam mit Reinhold Rehs (1901–1971) die Entstehung der FTG entscheidend vorangetrieben hatte.

Seit dem 24. April 1962 betreibt die FTG das Studentenwohnheim Ferdinand-Tönnies-Haus.

Die Schwerpunkte der FTG-Arbeit in den rund ersten zwanzig Jahren lagen auf der Förderung studentischer Gruppen, der Veranstaltung wissenschaftlicher und kultureller Vorträge und Diskussionen und dem Betreiben des Ferdinand-Tönnies-Hauses.

Mit Beginn der Präsidentschaft von Lars Clausen (1935–2010) im Jahr 1978 rückte die Pflege des geistigen Erbes von Ferdinand Tönnies in den Vordergrund der Aktivitäten. 1980 fand das erste Internationale Tönnies Symposium statt, dem neun weitere folgten, zuletzt 2019 in Kiel.

Nach langjähriger Vorbereitung wird seit 1992 an der Tönnies Gesamtausgabe gearbeitet, deren erster Band 1998 im Berliner De Gruyter Verlag erschien. Insgesamt sollen 24 Bände erscheinen. Seit 2011 wird diese Arbeit von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Kultur und Wissenschaft unterstützt.

Nach dem Tod von Lars Clausen im Jahr 2010 übernahm Alexander Deichsel das Amt des Präsidenten und wurde Federführender Gesamtherausgeber der Tönnies Gesamtausgabe. Nach zehn Jahren Amtszeit stellte er sich 2020 nicht erneut zur Wahl. Auf Grund der Covid-19/Corona-Pandemie fand die Wahl zum Präsident der FTG per Brief statt. Dieter Haselbach wurde Anfang September 2020 in das Amt gewählt. Er übernahm auch die Federführung in der Herausgabe der Gesamtausgabe.

Zur detaillierten Darstellung der Geschichte der FTG seien die folgenden beiden Veröffentlichungen empfohlen:

  • Uwe Carstens: Chronik der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft, FTG, Kiel 1992.
  • Uwe Carstens: Von 1992 bis 2016 – 24 Jahre FTG (Tönnies-Forum, Sonderband 2016), FTG, Kiel 2016.